Wunderding-Letter No. 8

mit Robotern kooperieren, 37 Billionen Zellen zählen und VR filmen bei Google

Von Alexander Schlichter und Sarah Houben

Alexander Schlichter

Mit der 8. Ausgabe unseres Wunderding-Letters wollen wir eine Neuheit vorstellen: unser Wunderding-Quiz. Inspiriert dazu hat uns das Gen-Quiz, das wir in der Ausgabe 6 vorgestellt haben. Ein Quiz ist ein tolles Medium, um sein eigenes Wissen zu testen und zu überprüfen, was man tatsächlich weiss, was man nur bruchstückhaft gelesen hat und wo dringend Nachholbedarf besteht.

Und so bieten wir ausgehend von unseren Artikeln, die wir jede Woche vorstellen, das ultimative Wunderding-Quiz an. Also zuerst Newsletter lesen oder sofort Wissen testen.


Der AI-Artikel der Woche

Eine kleine Firma aus Ramsey Minnesota, die Gussformen herstellt, schafft sich einen leicht programmierbaren Roboter an. Er erledigt sehr viel präziser Dinge, die früher 4 Arbeiter gemacht haben. Er macht diese Arbeit jedoch nicht allein sondern in Zusammenarbeit mit einem der Arbeiter. Der Roboter ist ein leichter Industrieroboter der dänischen Firma Universal Robots.

Dieser NYT-Artikel zu "Roboter-Kooperation" ist meine Empfehlung der Woche, weil Kooperation die unspektakuläre Wirklichkeit der kommenden Roboter-Revolution sein wird . Und vor drei Wochen hatte ich selbst bei einem Workshop die Gelegenheit, so einen Roboter zu "programmieren". Und das ist erstaunlich einfach: Man nimmt den Roboterarm, zeigt ihm, welche Wege er fahren soll und einsatzbereit ist der mechanische Hilfsarbeiter.

Passend dazu möchte ich einen zweiten Artikel empfehlen, der eigentlich gar nicht die Rubrik AI oder Robotik passt . Er behandelt aber in sehr spannender Weise die Auswirkungen der kommenden Robotik-Revolution: Was machen wir, wenn wir nicht mehr arbeiten müssen/ dürfen?
Das Startup GiveDirectly gibt armen Kenianern und Kenianerinnen ein bedingungsloses Grundeinkommen. Und das funktioniert vielleicht viel besser als jede andere Form der Entwicklungshilfe.

Learning to Love Our Robot Co-Workers /The NewYorkTimes / Autorin: Kim Tingley
The Future of Not Working / The NewYorkTimes / Autorin: Annie Lowrey

Weitere AI-Artikel:

  • Google's Mutter Konzern Alphabet hat mit Perspective einen automatischen Detektor für "toxische" Inhalte herausgegeben. Im Moment lässt sich das maschinen-lernende Tool noch relativ leicht täuschen. Ein gutes Beispiel, bei dem man sieht, wie schwierig es für AI im Moment noch ist, Bedeutung und Zusammenhang von Sprache zu erfassen.
    It’s Easy to Slip Toxic Language Past Alphabet’s Toxic-Comment Detector /MIT Technology Review / Autor: David Auerbach
  • Eine künstliche Synapse, die die menschlichen Vorbilder nicht nur simuliert, sondern tatsächlich aus organischen Elementen aufgebaut ist und für neuronale Netzwerke konstruiert wurde, ist 10-mal energie-effizienter als die besten Computerchips.
    Stanford researchers create a high-performance, low-energy artificial synapse for neural network computing / Stanford News
  • Wie Menschen lokale Probleme mit Hilfe von AI lösen können. Federico Antoni, ein Early-Stage-Investor aus Mexiko über seine Sicht zu AI als Tool für lokale Geschäftsideen und Startups.
    Not another AI post/ TechCrunch Network  / Autor: Federico Antoni
  • John Launchbury, Direktor des DARPA’s Information Innovation Office (I2O), erklärt seine Sichtweise auf AI. Apokalyptische Szenarien einer Super-Intelligenz teilt Launchbury nicht. 
    What AI Can and Can’t Do: DARPA’s Realistic View /RoboticsTrends / Autor: Steve Crowe
  • DNA kann nicht nur unsere Eigenschaften speichern, sondern man kann auch mit ihr rechnen, so zum Beispiel die Quadratwurzel aus den Zahlen 0 bis 16. Klingt jetzt erst einmal nicht sonderlich spannend, das kann jeder Taschenrechner. DNA-Computing als besondere Form des Parallel-Computing könnte aber eines Tages auch für Fragestellungen der AI in Frage kommen, da die Rechenprozesse parallel durch Millionen oder Milliarden von Molekülen durchgeführt werden könnten.  
    Computing with Biochemical Circuits Made Easy / Caltech


Der Gene-Artikel der Woche 

Eine internationale Gruppe an Wissenschaftlern will innerhalb der nächsten 5 Jahre einen Zell-Atlas des menschlichen Körpers anfertigen – also einen Katalog, der all diese 37,2 Billionen Zellen mit ihrer molekularen Signatur und einer Art körpereigenen Postleitzahl darstellt. Dies soll u.a. dank großer Namen wie das MIT, Harvard und Marc Zuckerberg Wirklichkeit werden.

The Cell Atlas / MIT Technology Review / Autor: Steve Connor

Weitere Gene-Artikel:

  • Eine Mutter, deren an Leukämie leidender Sohn nach 4-jähriger Standard-Krebstherapie an den Nebeneffekten der Behandlung verstarb, argumentiert, warum experimentellere Therapien wie CAR-T Hoffnung geben und das Risiko wert sind.
    Critics of experimental cancer therapy just don’t get it /STAT / Autorin: Julie Guillot
  • Q&A mit Charles Jenning, Leiter des McGovern Institute Neurotechnology Program, zur Entscheidungen bezüglich des CRISPR-Patentrechts vom 15. Februar 2017 und dessen Folgen für die Forschung im Bereich Genome-Editing.
    3Q: US patent office's ruling on CRISPR / MIT News
  • Menschen, die vorher in hohen Positionen bei Tech-Firmen wie Ebay oder Google gearbeitet haben, gründen Startups in einem Bereich, der keine astronomischen Wachstumsraten verspricht und seine ganz eigenen Regen hat: der Gesundheitsbranche. Es sind drei Geschichten von Gründern, die sehr persönliche Erfahrungen dazu gebracht haben, mit ihrem Hintergrund und Wissen die Gesundheitsbranche zu verändern.
    Why former tech execs are leaving Google and Twitter to start healthcare Companies / FastCompany / Autorin: Christina Farr


Der VR/ AR-Artikel der Woche

Jessica Brillhart's Berufsbezeichnung ist "Principal filmmaker for VR at Google" und ihre Aufgabe ist es, VR-Filme zu machen und den Techniknerds, die bei Google diese Technik entwickeln, zu vermitteln, was Filmemacher brauchen und damit anstellen können. Im Interview spricht sie über Ihre Sichtweise auf VR.

Imagining the Future of VR at Google / MIT Technology Review / Autor: Jason Pontin
Wer mehr von Jessica Brillhart lesen will, kann das auf ihrer Medium-Seite tun.

Weitere VR/AR-Artikel:

  • Ty Burr, langjähriger Filmkritiker des BostonGlobes, wirft einen Blick auf die besten VR-Projekte und Filme, die in den letzten Monaten entstanden sind.
    Hollywood Has No Idea What to Do with VR / MIT Technology Review / Autor: Ty Burr

Und am Ende nochmal der Link zu unserem oben schon erwähnten Wunderding-Quiz.

Launch me!

Alexander Schlichter ist Biologe, Wissenschaftsjournalist und Gründer des Wunderding-Magazins. Seit mehr als 16 Jahren macht er Filme, Fotos und interaktive Inhalte zu allen Themen, die ihn faszinieren und begeistern..

Sarah Houben ist Biologin und Übersetzerin und wagt sich nun in die Welt des Wissenschaftsjournalismus. Nach einem BSc-Studium der Biowissenschaften hat sie nun ihren MSc in Biologischer Photographie und Film abgeschlossen.

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