Wunderding-Letter No. 14

Schwingende Faultier-Roboter, digitale Therapien und das Labor in der Hosentasche. Von Alexander Schlichter und Sarah Houben

Alexander Schlichter

Ein Roboter, der sich wie ein Faultier übers Feld schwingt, könnte eines Tages mit seinen Kameras das Wachstum von Pflanzen überwachen. Sein Vorteil gegenüber zum Beispiel Drohnen wäre sein geringer Energieverbrauch.
Mehr Informationen gibt es in diesem MIT Technology-Artikel.

AI

Bis jetzt haben Übersetzungsprogramme, die Sprache übersetzen, die gesprochenen Sätze erst einmal in eine Textkopie übertragen und von dieser Textkopie die Übersetzung angefertigt. Googles Brain Abteilung hat nun ein neuronales Netzwerk programmiert, das den Text-Zwischenschritt weglassen kann. Das führt zu einer geringeren Fehlerrate, weil die Fehler wegfallen, die bisher im ersten Schritt von Sprache in Schrift entstanden.
Google uses neural networks to translate without transcribing / NewScientist / Autor: Matt Reynolds

GEN

Ob Digitale Therapien eines Tages anerkannte Medikamente sein werden und "schluckbare" Medizin ablösen? So würde man bei Schlafstörungen statt Schlaftabletten zu nehmen, eine Schlafregulierungs-App installieren. Investoren im Silicon Valley glauben an das Potential dieses Trends. Die "Digital therapeutics" wären günstiger als herkömmliche Medikamente und, viel wichtiger, müssten nicht die selben bürokratischen Zulassungshürden überstehen. Wer diesen Trend begrüßt und wer ihm kritisch entgegensteht, wird in diesem Artikel kurz und spannend zusammengefasst.
Can "Digital Therapeutics" Be as Good as Drugs? / MIT Technology Review / Autor: Christina Farr

SCIENCE

Das Startup Lab4You verwandelt ein Mobiltelefon in ein wissenschaftliches Messinstrument. So kann man mit dem Accelerometer Beschleunigungen, Lautstärke mit dem Mikrofon und Konzentrationen mithilfe der Kamera messen und aufzeichnen. Damit sollen vor allen Dingen Lehrer in ärmeren Ländern Schulexperimente durchführen. Erfunden hat die App die Chilenin Komal Dadlani.
This App Puts a Science Lab in Your Pocket / Smithsonian / Autor: Emily Matchar

VR

AVEGANT ist ein Startup, das eine Brille für Augmented Reality oder – wie sie es nennen – Mixed-Reality entwickelt. Neben Microsoft (mit Hololens), Meta und Magic Leap ist dies also ein weiteres Startup, das unsere physische Welt mit einer zusätzlichen, visuellen Ebene ausstatten will. Das Startup arbeitet anscheinend ähnlich wie Magic Leap mit Lichtfeld-Technologien.
A More Realistic Augmented Reality / MIT Technology Review / Autorin: Rachel Metz

Weitere VR/AR-Artikel:

Unter den 14 Teilnehmern der TechCrunch-Winterclass in New York ist das Startup EEVO, das an einem Tool arbeitet, mit dem man interaktive VR-Inhalte sehr einfach herstellen kann. Auf der Webseite ist noch nicht sehr viel zu sehen, aber man kann eine Einladung zum Test anfragen.
Meet the 14 startups in Techstars NYC’s winter class / TechCrunch/ Autor: (@anthonyha)

BUSINESS

Ein aufschlussreiches Interview mit Frank Piller über Open Innovation, ein Ansatz, in dem Entwicklungsprozesse frei auf Plattformen ausgeschrieben werden. Piller, Professor an der RWTH-Aachen, hat diesen Ansatz nach Deutschland gebracht. Er zieht eine selbstkritische Zwischenbilanz.
Not invented here / brand eins / Autor: Thomas Ramge

Der nächste Wunderding-Letter erscheint erst in zwei Wochen. Wir legen eine Oster-Pause ein.

Frohe Ostern!

Sarah und Alexander

Alexander Schlichter ist Biologe, Wissenschaftsjournalist und Gründer des Wunderding-Magazins. Seit mehr als 16 Jahren macht er Filme, Fotos und interaktive Inhalte zu allen Themen, die ihn faszinieren und begeistern..

Sarah Houben ist Biologin und Übersetzerin und wagt sich nun in die Welt des Wissenschaftsjournalismus. Nach einem BSc-Studium der Biowissenschaften hat sie nun ihren MSc in Biologischer Photographie und Film abgeschlossen.