Oologie

Jeder Vogel beginnt mit einem Ei

Oologie

Bunte Federkleider, melodische Gesänge, große Schwärme – so begegnet uns die Vogelwelt. Aber jeder Vogel beginnt mit einem Ei. Deshalb fängt auch unser vogeljournalistisches Projekt “Die Flugbegleiter” mit Eiern an, den Eiern wildlebender Vögel, die wir im Gegensatz zu Hühnereiern fast nie zu sehen bekommen. Sie sind zerbrechlich, vergänglich – und wahre Kunstwerke der Natur. Eine Hülle aus Calziumkarbonat und Eiweißen schützt den Vogelembryo gegen Schäden, Austrocknung, Infektionen. Dem heranwachsenden Vogel spendet die Eihülle Kalzium für seine Entwicklung.

Jeder der rund zehntausend Vogelarten weltweit hat ein eigenes Ei. Formen, Größen, Färbungen und Muster geben oft schon eindeutige Hinweise, wer sich darin versteckt. Vom leichtesten Vogelei der Welt, dem des Bienenkolibri mit 1,6 Gramm, bis zum schwersten, dem bis zu 2.6 Kilogramm schweren Straußenei – die Vielfalt ist riesig.

Die Wissenschaft vom Vogelei hört auf einen klingenden Namen: Oologie. Könnte man ein Ei lautmalerisch besser umschreiben? Besonders im 19. Jahrhundert war das Anlegen von Eiersammlungen eine wissenschaftliche Pionierleistung wie auch ein wahrer Volkssport. Daraus hervorgegangen sind Sammlungen, die bis heute faszinieren. In Deutschland werden einige der weltweit wichtigsten Sammlungen verwahrt und kuratiert, darunter die 20 000 Eier umfassende Kollektion des Vermessungsbeamten Max Schönwetter im Zentralmagazin Naturwissenschaftliche Sammlungen der Martin-Luther-Universität Halle. Sie zählt offiziell zum “National wertvollen Kulturgut”. Zugleich stehen Eier für Bedrohung: durch kriminelle Sammler ebenso wie durch Umweltgifte, die Eier im Nest zerbrechen lassen.

Unsere Flugbegleiter-Eiersammlung ist das Werk der Berliner Künstlerin und Gestalterin Anna Jakupovic, die in unserem Team mitarbeitet. Anna hat die Eier von sechs Arten in Aquarellen dargestellt, nicht mit dem Ziel einer perfekten Illustrationen wie für das Bestimmungsbuch, sondern als künstlerische Auseinandersetzung mit der ästhetischen Ausstrahlung, die selbst ein Spatzenei hat. Wir sehen – nicht maßstabsgetreu – die Eier von Drosselrohrsänger, Kolkrabe, Goldammer, Sperber, Haussperling, Bartgeier. Ab dem 30.November gibt es hier bei “Die Flugbegleiter” noch mehr zu sehen.

Aquarell eines Kolkrabe-Eis.
Anna Jakupovic
Aquarell eines Goldammer-Eis.
Anna Jakupovic
Aquarell eines Bartgeier-Eis
Anna Jakupovic
Aquarell eines Drosselrohrsänger-Eis
Anna Jakupovic
Aquarell eins Haussperling-Eis.
Anna Jakupovic
Aquarell eines Sperber-Eis.
Anna Jakupovic