Landrush

Ein experimentelles Dokumentarprojekt von Frauke Huber und Uwe H. Martin

Uwe H. Martin

Landnutzung und landwirtschaftliche Praktiken sind als globale Bedrohung für die Umwelt wo wichtig wie der Klimawandel: Fast die Hälfte der Landfläche der Erde werden zur Lebensmittelproduktion genutzt. Landwirtschaft verursacht mehr als 70 Prozent des menschlichen Wasserverbrauchs, trocknet Flüsse, Seen und Grundwasserspeicher aus. Überdüngung zerstört Ökosysteme von Flüssen und Küstenregionen, während die Abholzung und die Umwandlung von Grünland in Ackerland Bodenerosion und einem Verlust an Biosphären und Artenvielfalt verursachen. Zudem ist Landwirtschaft einer der größten Verursacher von Treibhausgasen.

Bei vermehrten Ernteausfällen infolge des Klimawandels, sinkenden Grundwasserspiegeln, ausgelaugten Böden und beständig sinkenden Produktivitätszuwächsen bei den meisten Kulturpflanzen stellt sich die Frage: Wie können wir in Zukunft die Welt ernähren, ohne ökologisch Selbstmord zu begehen?

In unserem Projekt LandRush untersuchen wir die Zukunft der Landwirtschaft im Spannungsfeld zwischen Ernährungssicherung, Energieproduktion und internationalen Landinvestitionen. LandRush ist ein mit der Zeit organisch wachsendes medieninnovatives, transmediales und experimentelles Dokumentarprojekt. In einer Serie kurzer Filme, interaktiver Apps, Magazingeschichten, Web-Documentaries und räumlichen Installationen beleuchten wir die sozialen und ökologischen Folgen der Landwirtschaft.

Jedes Kapitel der LandRush Koralle wählt dabei einen eigenen erzählerischen Ansatz:

  • The Road findet als klassisches Road-Movie Protagonisten und Geschichten entlang des Soja Highways in Brasilien findet verbindet sie zu einem Fluss. 
  • The Farm konzentriert sich auf den Mikrokosmos der Karuturi-Farm im Westen Äthiopiens und verdichtet so das globale Phänomen Landgrabbing. 
  • Family Affairs erzählt von der Hoffnung die nächste Generation auf die Farmen Iowas zurückzuholen.
  • Dry West lotet die natürlichen Grenzen der industrialisierten Landwirtschaft in Kaliforniens Central Valley aus.
  • Full Circle wiederum begleitet eine Familie auf ihrer Suche nach Alternativen zur konventionellen Landwirtschaft und ihrem Überlebenskampf vor dem Hintergrund einer übermächtigen Subventions- und Bodenpolitik.
Ein Bagger schiebt Sojabohnen in einer Lagerhalle umher.
Mehr als 32.000 Tonnen Sojabohnen werden üblicherweise in der Halle Fiagril Agromercantil Plantage in Lucas do rio Verde gelagert.
Uwe H. Martin